Helge Maus - Schamanischer Berater

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Gedanken zum schamanischen Weg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Helge Maus   
Freitag, den 02. November 2007 um 17:06 Uhr

oder "Wie werde ich Schamane?"

Seit einigen Tagen mache ich mir nun schon Gedanken darüber, was eigentlich zur Ausbildung eines Schamanen gehört. Zufällig bin ich parallel hierzu über die interessante Frage einer Frau gestolpert, die in einem Forum die Frage stelle, wo Sie das "Schamane-sein" lernen könnte - und dabei sehr interessante Antworten bekam. Kurz zusammengefaßt lagen zwischen einem (teuren) Wochenendkurs bis hin zu der Aussage, dass Westler keine Schamanen sein könnten, dass es "Diebstahl" von fremder Kultur sei.


Nun ja, zuerst sollten wir vielleicht festhalten, dass der eigentliche Begriff "Schamane" eindeutig aus einem bestimmten Kulturkreis stammt und daher mittlerweile mehr eine Art des geistigen Arbeitens, Heilens und letztlich auch des Lebens meint. In unterschiedlichen Kulturen wurden Menschen dieses Weges unterschiedlich genannt und daher bezeichne ich hier den Schamanen als einen Menschen, der sich bestimmter Techniken und Ansätzen bedient, nicht jedoch deren Glaubensvorstellungen und die damit verbundene kulturelle / religiöse Färbung.

Schamanen haben die Aufgabe Mittler zwischen unserer diesseitigen Welt (genannt Realität) und der jenseitigen Welt der Geister, Elementare und Kräfte zu sein. Sie bewegen Sie an der Schnittstelle beider Welten und reisen durch beide Welten. In dieser jenseitigen Welt liegt der Ursprung des Lebens, das große Mysterium. Somit hilft der Schamane, den Menschen mit dem "Leben" selbst zu verbinden und diesen wieder in den lebendigen Kontakt mit dem Universum zu stellen. Und da jeder Mensch an dieser Stelle ein Ausdruck dieser Kraft ist, egal in welcher Kultur, Religion oder in welcher Zeit er geboren ist verschwinden hier die gemachten Unterschiede. Das Kriterium schamanisch zu arbeiten (ich wehre mich hier gegen den Titel "Schamane", da dieser weder verliehen werden kann, noch eine wirkliche Bedeutung hat und jede Kultur ihre eigenen Worte verwendet) ist somit nicht der Ort, die Kultur oder Zeit, sondern den Zugang zum Mysterium des Lebens.

In der Praxis ist es jedoch um vieles einfacher in einer Kultur aufgewachsen zu sein, die sich näher mit dem natürlichen Leben im Einklang verbunden fühlt, das große Geheimnis noch in Mythen und Erzählungen wach hält und entsprechende Techniken und Rituale im täglichen Leben zugänglich hält. Zudem ist der Weg der Einweihung / Initiation in die Mysterien des Lebens und des Universums durch einen schamanischen Lehrer einfacher, jedoch nicht Voraussetzung. Die wirklichen Lehrer begegnen dem Schamanen nicht in der alltäglichen Realität, jedoch kann ein angehender Schamane von seinem Lehrer in deren Nähe geführt werden. Gerade im Umgang mit Lehrern sollte hier auch nicht verschwiegen werden, dass diese auch eine Gefahr für die eigene Entwicklung darstellen können. Abhängigkeit, Hörigkeit und das reine Übernehmen deren Feuers führt schnell zu kraftlosen Theater und leeren mechanischen Techniken ohne wirksames eigenes Feuer.

Schamanismus und die Mysterien des Lebens können nicht "erlernt", sondern nur erfahren werden. Es ist die Erfahrung, die den schamanisch arbeitenden Menschen formt, seine Erfahrungen mögen zwar denen von anderen ähneln, sind jedoch rein subjektiv und individuell.

Ein Bild kann dies verdeutlichen: Wir alle sind Blätter am gleichen Baum des Lebens, jedoch an unterschiedlichen Ästen. Durch das Überschreiben der Weltengrenzen dringen wir immer weiter in Richtung des Stammes vor, jedoch jeder auf seinem Weg. Wir spüren die gleiche Kraft, leben aus dem gleichen Stamm, doch an unterschiedlichen Orten und Zeiten.

Ein schamanischer Lehrer kann uns in unserer Entwicklung wertvolle Hilfestellungen geben, Techniken und Rituale vermitteln und Wege vermittlen, Erfahrungen und Kraft muss jedoch selbst gesammelt, das eigene Feuer muss entfacht und am Leben gehalten werden. Gerade an dieser Stelle ist es auch interessant sich klar zu machen, dass der Einstieg in das Mysterium aus dem persönlichen kulturellen Kontext des schamanisch arbeitenden Menschen kommt. Eines der großen Probleme vieler Menschen, die versuchen, schamanisch zu arbeiten ist der Versuch, einfach aus anderen kulturellen Systemen zu kopieren. Oder die "richtigen" Bücher zu lesen oder die "richtigen" Lehrer zu finden. Auch hier hilft es, sich mit seinen Wurzeln und seiner Kultur zu verbinden, mit seiner Umwelt und Natur, um aus dem "Gerlernten" durch eigenes Tun einen eigenen Weg zu entwickeln - nur in diesem steckt Kraft! Dankbar kann dieses Wissen wieder geteilt werden, damit andere sich daraus bedienen können für deren Weg.

Wie kann nun der Anfang gemacht werden? Wo beginnen? Es geht im schamanischen Weg um das Mysterium Leben und unserer Verbindung zu diesem. Das Leben umgibt uns unmittelbar und wir müssen uns diesem nur aussetzen. Da das Leben seinen ursprünglichen Charakter in der freien Natur erhalten hat und wir letztendlich auch nur Natur sind, so geht der erste Schritt hinaus. Wir sind Natur und wir verbinden uns wieder mit dieser. Lassen diese wirken. Hierbei sollten wir nicht vergessen: Entwicklung und Erfahrung brauchen Zeit, Wissen im Kopf ist tot, Erfahrung wird gemacht, gefühlt und erlebt. Es gibt keine Abkürzung, keine Instant-Vermittlung.

Ich wünsche Dir viel Erfolg auf Deinem schamanischen Weg.

Helge

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 12. August 2008 um 19:59 Uhr